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Natürliches oder synthetisches Parfüm

ÜBER DUFT

Natürliches oder synthetisches Parfüm: Was ist eigentlich der Unterschied?

Bei Parfüms werden sowohl natürliche als auch synthetisch hergestellte Duftstoffe verwendet. Aber was bedeutet das eigentlich? Ist natürlich automatisch besser? Und sagt das Wort „synthetisch“ etwas über die Qualität oder Sicherheit eines Duftes aus? Um das zu verstehen, beginnen wir mit etwas ganz Kleinem: Molekülen.

Warum all diese komplizierten Namen?

Vielleicht haben Sie schon einmal eine Zutatenliste oder ein Sicherheitsdatenblatt eines Parfüms angesehen. Namen wie Limonen, Linalool und Citral sind noch relativ erkennbar, aber andere chemische Namen können ziemlich kompliziert klingen.

Ein solcher Name sagt jedoch an sich wenig darüber aus, wie natürlich, angenehm oder verantwortungsvoll ein Duftprodukt bei normalem Gebrauch ist. Um zu verstehen, was sich wirklich hinter diesen Namen verbirgt, hilft es zunächst zu wissen, woraus Duft besteht.

Duft beginnt mit Molekülen

Alles um uns herum besteht aus Molekülen. Das gilt für Wasser und Sauerstoff, aber auch für eine Zitrone, eine Rose, Holz und Lavendel.

Wenn Sie eine Zitrone schälen, werden flüchtige Duftmoleküle freigesetzt. Diese erreichen die Geruchsrezeptoren in Ihrer Nase. Ihr Gehirn verarbeitet diese Signale dann zu einem erkennbaren Geruchserlebnis: Zitrus.

Pflanzen enthalten von Natur aus unzählige solcher Duftmoleküle. Beispiele sind Limonen in Zitrusfrüchten, Linalool in Lavendel, Geraniol in Rosen und Eugenol in Gewürznelken.

Wichtig zu wissen: Auch natürliche Stoffe sind chemische Stoffe. Das Wort „chemisch“ bedeutet daher nicht automatisch künstlich oder schädlich.

Was ist ein natürlicher Duftstoff?

Ein natürlicher Duftrohstoff wird aus Material gewonnen, das in der Natur vorkommt, zum Beispiel Blumen, Blätter, Früchte, Schalen, Holz oder Harz.

Denken Sie an Orangenöl oder Lavendelöl. Ein solches natürliches Öl besteht meistens nicht aus einem Molekül, sondern aus einer komplexen Mischung von manchmal Dutzenden oder Hunderten verschiedener Stoffe.

Gerade diese Kombination kann einem natürlichen Rohstoff einen reichen und komplexen Geruchscharakter verleihen. Die Zusammensetzung kann gleichzeitig geringfügig variieren, beispielsweise durch Klima, Boden, Ernte und Jahreszeit.

Was bedeutet synthetisch eigentlich?

„Synthetisch“ bedeutet in diesem Kontext, dass ein Stoff durch einen kontrollierten Produktionsprozess hergestellt wurde. Das Wort sagt an sich nichts über die Qualität oder Sicherheit dieses Stoffes aus.

Einige Aromamoleküle kommen auch in der Natur vor, können aber auch über andere Produktionswege hergestellt werden. Andere Aromamoleküle wurden gerade entwickelt, um Parfümeuren Dufteffekte zu ermöglichen, die schwer oder gar nicht direkt aus natürlichen Materialien gewonnen werden können.

Ein Molekül bleibt ein Molekül

Nehmen Sie Limonen als einfaches Beispiel. Limonen ist ein wichtiger Duftbestandteil von Zitrusfrüchten und kann aus Zitrusöl gewonnen werden.

Wenn ein natürlich gewonnenes und ein hergestelltes Molekül dieselbe chemische Struktur und relevante Form haben, ändert sich die chemische Identität des Moleküls nicht, nur weil der Produktionsweg anders ist.

Die Herkunft und das Molekül sind zwei verschiedene Dinge. Die Art und Weise, wie ein Stoff gewonnen wurde, kann unterschiedlich sein, während die chemische Identität dieselbe sein kann.

Das bedeutet übrigens nicht, dass ein natürliches Zitrusöl dasselbe ist wie ein isoliertes Limonen-Molekül. Ein natürliches Öl enthält nämlich eine komplexe Mischung verschiedener Komponenten.

Der Parfümeur: der Designer hinter dem Duft

Und hier beginnt die eigentliche Handwerkskunst. Ein professionelles Parfüm entsteht nicht durch einfaches Zusammenfügen einiger gut riechender Stoffe.

Ein Parfümeur – im Französischen auch nez, „Nase“, genannt – verfügt über umfassende Kenntnisse von Duftrohstoffen und weiß, wie verschiedene aromatische Komponenten einander beeinflussen.

Man kann einen Parfümeur mit einem Komponisten vergleichen. Ein Komponist arbeitet mit einzelnen Musiknoten, aber das Endziel ist nicht eine Note: es ist die komplette Musik.

Der Parfümeur macht dasselbe mit Duft. Natürliche Rohstoffe und hergestellte Aromamoleküle bilden die Palette, mit der eine neue Duftkomposition aufgebaut wird.

Von der Idee zum Parfüm

Die Entwicklung eines Duftes beginnt meist mit einem Briefing: Welches Gefühl soll der Duft hervorrufen, wo wird das Produkt verwendet und welchen Charakter soll die endgültige Komposition erhalten?

Denken Sie zum Beispiel an frisch und sauber, warm und heimelig, blumig und elegant oder holzig und luxuriös.

01 Briefing
02 Rohstoffe auswählen
03 Komposition erstellen
04 Riechen & verfeinern
05 Endgültige Formel

Der Parfümeur erstellt eine erste Formel, riecht und bewertet diese und passt anschließend die Verhältnisse an. Manchmal kann eine sehr kleine Änderung bereits Einfluss auf das gesamte Dufterlebnis haben.

Dieser Prozess kann sich viele Male wiederholen, bevor die gewünschte Komposition erreicht ist. Danach muss die Formel auch für das Produkt geeignet sein, in dem sie angewendet wird.

Warum riecht man nicht einfach alle Inhaltsstoffe einzeln?

Ein Parfüm mit Zitrus, Lavendel und Holz muss nicht so riechen, als ob Sie drei einzelne Zutaten nebeneinander gelegt hätten.

Duftstoffe beeinflussen sich gegenseitig. Manche verleihen Frische, andere Tiefe oder Wärme. Wieder andere verbinden verschiedene Duftnoten miteinander oder sorgen dafür, dass ein bestimmter Eindruck stärker hervortritt.

Der Parfümeur arbeitet daher vor allem am Gesamtbild. So wie Zutaten zusammen ein Gericht bilden, bilden verschiedene Duftmoleküle zusammen ein neues Dufterlebnis.

Kopfnoten, Herznoten und Basisnoten

Um einen Duft verständlich zu beschreiben, wird oft eine Duftpyramide verwendet. Diese unterteilt den Charakter eines Parfüms in verschiedene Schichten.

Kopfnoten

Der erste Eindruck eines Duftes. Oft frisch und leicht, zum Beispiel Zitrus, grüne Noten oder aromatische Akzente.

Herznoten

Der zentrale Charakter der Komposition, zum Beispiel Blumen, Kräuter oder warme aromatische Noten.

Basisnoten

Die tieferen Duftnoten, die in der Regel länger wahrnehmbar bleiben, wie Holz, Amber und andere warme Nuancen.

Die Komposition

Der Parfümeur führt die verschiedenen Bestandteile zu einem erkennbaren und ausgewogenen Dufterlebnis zusammen.

Warum werden synthetische Duftstoffe verwendet?

Synthetisch hergestellte Aromamoleküle haben die Möglichkeiten der modernen Parfümerie stark erweitert. Sie werden nicht einfach als „billige Alternative zu Natur“ verwendet, sondern können eine wichtige kreative und technische Funktion haben.

Eine größere Duftpalette

Nicht jeder gewünschte Duft kann einfach aus einer Pflanze gewonnen werden. Aromamoleküle geben dem Parfümeur daher viel mehr Möglichkeiten, neue Duftcharaktere und Effekte zu kreieren.

Konstantere Qualität

Die Zusammensetzung natürlicher Rohstoffe kann je nach Ernte geringfügig abweichen. Hergestellte Duftstoffe können in der Regel sehr konstant produziert werden. Das hilft, einem Parfüm immer wieder denselben Duftcharakter zu verleihen.

Präzise Formulierung

Der Parfümeur kann einzelne Aromastoffe sehr gezielt einsetzen. Manche Inhaltsstoffe werden nur in geringen Mengen benötigt, um die gesamte Komposition merklich zu beeinflussen.

Alternativen für schwer erhältliche Rohstoffe

Einige natürliche Materialien sind selten, kostbar oder erfordern große Mengen an Pflanzenmaterial. Alternative Aromamoleküle können in bestimmten Formulierungen eine andere Möglichkeit bieten.

Das bedeutet übrigens nicht, dass synthetisch per se nachhaltiger ist. Die Umweltauswirkungen hängen vom spezifischen Rohstoff, der Herkunft und der Produktionsmethode ab. Umgekehrt bedeutet „natürlich“ ebenfalls nicht automatisch „nachhaltiger“.

Natürlich und synthetisch sind keine Gegensätze

Moderne Parfümerie muss daher keine Wahl zwischen natürlich oder synthetisch sein. Beide Arten von Rohstoffen können sich vielmehr ergänzen.

Natürliche Inhaltsstoffe können Komplexität und Charakter verleihen. Hergestellte Aromamoleküle können dem Parfümeur zusätzliche kreative Möglichkeiten, Präzision und Konsistenz bieten.

Es geht also nicht um „Natur versus Chemie“. Die Natur selbst besteht ja auch aus chemischen Stoffen. Wichtiger ist, welche Stoffe in welcher Menge und für welche Anwendung verwendet werden.

Warum wird ein Lösungsmittel oder Träger benötigt?

Neben Duftstoffen enthält ein Raumparfüm oft ein Lösungsmittel oder einen Träger. Das Wort „Lösungsmittel“ mag technisch klingen, aber ein solcher Bestandteil hat eine praktische Funktion.

Ein Parfüm besteht aus verschiedenen Stoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Ein geeigneter Träger hilft, diese Komponenten zu einer brauchbaren und stabilen Formulierung zusammenzuführen.

Bei einem elektrischen Diffusor spielt zudem die Art und Weise, wie die Formulierung abgegeben wird, eine wichtige Rolle. Das Ziel ist nicht, das Parfüm auf einmal freizusetzen, sondern über einen längeren Zeitraum Duft an die Umgebung abzugeben.

Die Formulierung und das elektrische Duftsystem müssen daher auf die vorgesehene Anwendung abgestimmt sein.

Aber atmet man dann Duftmoleküle ein?

Wenn Sie ein Raumparfüm riechen, sind flüchtige Duftmoleküle in der Luft vorhanden. Sonst könnten sie die Geruchsrezeptoren in Ihrer Nase ja nicht erreichen. Das gilt sowohl für natürliche als auch für synthetisch hergestellte Duftstoffe.

Die relevante Frage ist daher nicht nur, ob ein Stoff in der Luft vorhanden sein kann, sondern vor allem welcher Stoff, in welcher Menge, bei welcher Anwendung und bei welcher Exposition.

Konzentration und Exposition sind wichtige Bestandteile einer Risikobewertung. Daneben spielen unter anderem die Eigenschaften der verwendeten Stoffe, die Produktkategorie und die Art der Produktverwendung eine Rolle.

Personen mit bekannter Empfindlichkeit oder Allergie gegen bestimmte Duftstoffe sollten immer die relevanten Produktinformationen konsultieren.

Warum kann ein Sicherheitsdatenblatt streng klingen?

Wer ein Sicherheitsdatenblatt ansieht, sieht oft lange chemische Namen, Prozentsätze, Klassifizierungen und Warnhinweise. Das kann viel schwerwiegender klingen als das Dufterlebnis, das man mit dem Produkt verbindet.

Ein Sicherheitsdatenblatt ist jedoch keine Verbraucherbroschüre. Es ist ein technisches Dokument, das relevante Informationen über unter anderem Zusammensetzung, Eigenschaften, sicheren Umgang mit dem Produkt und Klassifizierung enthält.

Ein solches Dokument kann Informationen über einzelne Bestandteile und über die Klassifizierung des endgültigen Gemisches enthalten. Daher sollte das Dokument als Ganzes gelesen werden und nicht auf Basis eines einzelnen Inhaltsstoffs oder eines einzelnen chemischen Namens.

Gefahr und Risiko sind nicht dasselbe

Bei der Bewertung von Stoffen ist es wichtig, zwischen Gefahr und Risiko zu unterscheiden.

Gefahr beschreibt die Eigenschaften eines Stoffes und was dieser unter bestimmten Umständen verursachen kann. Risiko bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, dass ein unerwünschter Effekt bei einer bestimmten Exposition und Anwendung tatsächlich auftritt.

Die Menge, Konzentration, der Expositionsweg, die Dauer und die Art der Anwendung sind dabei relevant. Daher lässt sich das Risikoprofil eines vollständigen Raumparfüms nicht bestimmen, indem man nur einen Stoffnamen aus einem Dokument entnimmt.

Mehr über Sicherheit und Qualität erfahren?
Auf unserer Seite Sicherheit & Qualität erläutern wir weiter, wie Produkt- und Sicherheitsinformationen erfasst werden und welche Rolle Richtlinien, Dokumentation und der elektrische Diffusor spielen.

Mehr über Sicherheit & Qualität lesen →

Natürlich bedeutet nicht automatisch sicherer

Das Wort „natürlich“ hat für viele Menschen eine positive Bedeutung. Aus chemischer und toxikologischer Sicht bedeutet natürlicher Ursprung jedoch nicht automatisch, dass ein Stoff sicherer ist.

Auch ätherische Öle können von Natur aus Stoffe enthalten, die zum Beispiel reizende oder sensibilisierende Eigenschaften haben. Bekannte natürliche Duftkomponenten wie Limonen, Linalool, Citral und Eugenol müssen daher ebenfalls richtig angewendet werden.

Umgekehrt wird ein Stoff nicht automatisch unsicher, weil er durch einen synthetischen Produktionsprozess hergestellt wurde.

Für eine gute Beurteilung sind die Eigenschaften des Stoffes, die verwendete Konzentration, die Gesamtformulierung und die Anwendung wichtiger als nur das Etikett „natürlich“ oder „synthetisch“.

Parfümerie ist Kreativität und Wissenschaft

Ein professionell entwickeltes Raumparfüm ist also viel mehr als „ein netter Duft in einem Fläschchen“.

Hinter einem Duft kommen verschiedene Fachgebiete zusammen: die Kreativität und Erfahrung des Parfümeurs, Wissen über natürliche und hergestellte Duftrohstoffe, Chemie, Formulierung, Stabilität, Verbreitung, Produktdokumentation und verantwortungsvoller Gebrauch.

Gerade diese Kombination aus Kreativität, Technik und Wissenschaft macht moderne Parfümerie so besonders.

Kurz zusammengefasst

Ein Duft besteht aus Molekülen. Einige Duftrohstoffe werden direkt aus natürlichen Materialien gewonnen, andere werden hergestellt und in vielen Parfüms werden beide kombiniert.

Natürlich bedeutet nicht automatisch besser oder sicherer und synthetisch bedeutet nicht automatisch schädlich. Wichtiger sind die Eigenschaften eines Stoffes, die Menge, in der er angewendet wird, die Gesamtformulierung und die beabsichtigte Verwendung.

Der Parfümeur führt all diese verschiedenen Bausteine zu einer ausgewogenen Komposition zusammen. So entsteht ein Raumparfüm aus einer Kombination von Kreativität, Parfümerie, Chemie und Technik.

GEURFRIS

Die Düfte von GeurFris

Die Düfte von GeurFris sind sorgfältig aufgebaute Parfümkompositionen, in denen viele Dufteindrücke auf Aromen basieren, die wir aus der Natur kennen. Denken Sie an Zitrusfrüchte, Blumen, Kräuter, Holz, Obst und warme botanische Noten.

Für dieses Dufterlebnis können Parfümeure natürliche Duftrohstoffe, synthetisch hergestellte Aromamoleküle oder eine Kombination davon verwenden. Viele dieser Aromamoleküle kommen auch natürlich in Pflanzen, Blumen, Früchten, Kräutern und Hölzern vor.

Der Unterschied liegt daher nicht einfach in „natürlich“ oder „synthetisch“. Wichtiger ist, wie die einzelnen Duftstoffe ausgewählt, kombiniert und dosiert werden, um eine ausgewogene Komposition zu ergeben.

So entstehen Düfte, die vertraut und natürlich wirken können, während moderne Parfümerie gleichzeitig für Konsistenz, Verfeinerung und eine viel breitere Palette an Duftmöglichkeiten sorgt.

Letztendlich geht es bei GeurFris nicht um die komplizierten Namen einzelner Moleküle, sondern darum, was Sie erleben, wenn Sie einen Raum betreten: Frische, Wärme, Ruhe, Energie oder gerade ein Gefühl von Luxus.

Möchten Sie entdecken, welcher Duft am besten zu Ihren persönlichen Vorlieben und der Atmosphäre passt, die Sie schaffen möchten? Mit dem GeurKompas entdecken Sie einfach, welche Duftfamilie und welcher Duft zu Ihnen passt.

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